Deutschland 4.0

Concept-Store von Amazon

Concept-Store von Amazon ©Getty Images/Smith Collection/Gado
Concept-Store von Amazon ©Getty Images/Smith Collection/Gado

Deutschland 4.0

Mit dem Beginn des 21. Jahrhundert setzt auch die Digitalisierung sämtlicher Wirtschafts- und Lebensbereiche ein – auf der ganzen Welt. Die technologische Entwicklung bietet ungeahnte Chancen auf ökonomisches Wachstum und soziale Teilhabe. Während die globale Vernetzung von Menschen und Produkten viele neue Wirtschaftszweige hervorbringt, geraten nahezu alle etablierten Branchen unter Modernisierungsdruck – auch und gerade der Einzelhandel. Tradierte Vertriebs- und Handelsformen werden von digitalen, datengetriebenen Modellen ersetzt; die veränderten Ansprüche der Verbraucher erfordern vom Handel einen stetig verbesserten Service auf allen Kanälen. Der klassische Einzelhandelsbetrieb wandelt sich zum Multichannel-Unternehmen, das stationäre Leistungen und Online-Angebote integriert. Um diese Transformation erfolgreich zu bewältigen, setzt die Branche enorme Innovationskräfte frei und verwandelt sich in einen Hightech-Wirtschaftszweig. Ob neue Bezahlformen, Omnichannel-Shopping oder Same-Day-Delivery: Hinter diesen datengetriebenen Annehmlichkeiten steckt der neue Handel als hoch vernetztes und komplexes technologisches System. Die ungeheure Dynamik bringt freilich auch Herausforderungen mit sich. Die Verlagerung des Einkaufens ins Internet hinterlässt vielerorts Leerstand und führt zu räumlichen Disparitäten zwischen prosperierenden urbanen Standorten einerseits und verödenden ländlichen Regionen andererseits. Dem Handel wächst im Zeitalter der Digitalisierung damit zugleich eine neue Aufgabe zu: Er wird zu einem Akteur der sozialen Kommunikation und ergänzt mit seinen Angeboten und Dienstleistungen jene Orte, an denen sich Menschen treffen.

Heute ist morgen schon gestern

Wie kaufen wir in der Zukunft ein - eine kleine Leseprobe.

Zukunft des Einkaufens

Das Einkaufsverhalten in Deutschland und fünf europäischen Nachbarländern hat die neue Studie „Zukunft des Einkaufens – Heute und 2030“ untersucht. Die Antworten der 3.000 Befragten zeigen ihre Gewohnheiten und Erwartungen an den Einzelhandel.

Obwohl dafür Daten gesammelt werden müssen, ist das Interesse an personalisierten Angeboten groß. 43 Prozent der Befragten in Deutschland, der Schweiz, Großbritannien, Italien, Polen und den Niederlanden interessieren sich für solche Angebote, die ganz auf ihre persönlichen Vorlieben und Einkaufs-Historien zugeschnitten sind. Auch jeder dritte Deutsche sagt “Ja” dazu, im internationalen Vergleich ist man hierzulande also etwas skeptischer. Spitzenreiter bleibt Italien, hier können sich mit 56 Prozent mehr als die Hälfte der Befragten für personalisierte Angebote begeistern. Generell glaubt die große Mehrheit der Befragten (87 Prozent), dass  die meisten Ladengeschäfte ihren Kunden digitale Services anbieten werden, so das Ergebnis der Studie von IT-Lösungsanbieter Comarch und den Marktforschern von Kantar TNS.

Nicht überraschend: Eine Rolle bei der Bewertung digitaler Angebote spielt das Alter. Je jünger die Befragten sind, desto aufgeschlossener zeigen sie sich gegenüber dem Neuen, sei es stärkeres Interesse an persönlicher Ansprache oder an digitalen Diensten in den Geschäften. Dabei wissen die Jüngeren aber auch das Einkaufserlebnis im Laden deutlich mehr zu schätzen. Das Bild in den Fußgängerzonen der Republik mit shoppenden Teens und Twens untermauert folgendes Ergebnis: Dass es deutlich weniger Ladengeschäfte als heute geben wird, glauben 79 Prozent der 45- bis 54-jährigen Befragten, doch nur 72 Prozent der 18- bis 24-Jährigen.

Zum Einkaufen gehen die Deutschen nach wie vor gerne in Geschäfte, auch wenn immer mehr online einkaufen. Große Unterschiede zeigen sich bei den einzelnen Produkten. So kaufen vier von zehn Befragten TV- und Hifi-Geräte vor allem oder ausschließlich online, bei Schmuck wählt nur ein Viertel das Netz als Hauptbezugsquelle. Wenn es um TV und HiFi geht, kauft über die Hälfte der befragten Deutschen crossmedial ein (Stationär- und Onlinekauf sowie Produktrecherche). Bei den 25- bis 34-Jährigen sind es sogar 65 Prozent. 58 Prozent dieser crossmedialen Käufer haben Interesse an personalisierten Angeboten und 57 Prozent sind Mitglied in einem Bonusprogramm. Von den 35- bis 44-Jährigen werden in Zukunft zwei Drittel online TV- und Hifi-Produkte einkaufen, so die Studie. Allgemein ist eine Verschiebung hin zum Onlinekauf zu erwarten, kategorienübergreifend wird aber rund die Hälfte weiter im Ladengeschäft einkaufen.

Frauen schätzen Bonusprogramme
Wie es mit der Treue der Kunden aussieht, steht auf einem weiteren Blatt. Frauen sind deutlich häufiger Mitglieder bei Bonusprogrammen. Über drei Viertel der befragten Frauen wissen die Vorteile von Kundenkarte, Coupons und Rabatten zu schätzen, während von den Männern immerhin knapp zwei Drittel an einem Bonusprogramm teilnehmen.

Wichtig für die Treue ist auch der Erlebnischarakter des Einkaufens an sich. Dabei bewirken positive Erlebnisse beim Einkaufen mehr, als schlechte Erfahrungen schaden. So hat ein schönes Einkaufserlebnisbei einem Onlineshop fast die Hälfte der Käufer dazu gebracht, abermals dort einzukaufen und immerhin ein Drittel, auch den Laden zu besuchen. Eine schlechte Erfahrung im Geschäft hält 28 Prozent vom weiteren Einkauf dort ab, aber nur 13 Prozent würden deswegen nicht im zugehörigen Onlineshop einkaufen.

„Die Erwartungen der Konsumenten zeigen also schon heute deutlich, wohin der Weg führt. Die Technik ist dazu bereits in der Lage. Es bleibt die Frage, wie schnell die Händler diesen Wandel abbilden werden – in den Fußgängerzonen und im Netz“, sagt Frank Siewert, Vorstand bei Comarch und Leiter bei IT-Projekten für Zalando und KiK.

Die Studie „Zukunft des Einkaufens“ steht hier zum Download bereit.

Smart Shopping

Einkauf nur mit Smartphone? Bei Amazon & Co. gilt das schon längst, doch auch im Laden um die Ecke könnte bald nichts mehr ohne die digitale Alleskönner gehen. Denn auch der stationäre Einzelhandel setzt beim Ausbau seiner Angebote auf das Smartphone. Es erledigt alles rund um Bestellung und Lieferung und dient dem direkten Kontakt zwischen Kunden und Händler. Ist das gewünschte Produkt in der richtigen Größe vor Ort? Passt die Farbe des neuen Pullovers zu den jüngst gekauften Sneakers? Im Zweifel weiß das Smartphone alles. Oder jedenfalls das Meiste.

Virtual Saturn

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